Moin-Moin liebe Leser,

mit dem Begriff „RAL-Montage“ möchte ich die Artikelserie um das Fachchinesisch beim Fenster-Kauf beginnen. Dabei geht es um die Grundlagen auf denen die Vorgaben beruhen und das Mißverständnis einer höherwertigen Befestigungsart.

Möchten Sie neue Fenster kaufen, werden Sie mit vielen Fachbegriffen bombardiert. Damit Sie sich mit den Formulierungen gut auskennen, erkläre ich Ihnen die wichtigsten Ausdrücke in einer neuen Artikel-Serie. Jeden zweiten Dienstag erscheint hier eine neue Definition.

Heute starte ich mit folgendem Begriff:

RAL Montage

Bestimmt sind Sie bei der Recherche zum Thema Fensterbau auf die sogenannte RAL Montage aufmerksam geworden. Oft wird sie als höherwertige Befestigungsart dargestellt.

Grundlagen

Gesetzliche Grundlage zur Fenstermontage ist die aktuell gültige Energieeinsparverordnung (EnEV). Darüber hinaus gelten die allgemein anerkannten Regeln der Technik.

Im „Leitfaden zur Montage – Leitfaden zur Planung und Ausführung der Montage von Fenstern und Haustüren“ sind diese detailliert und ausführlich beschrieben. Dieser Leitfaden wird gemeinsam herausgegeben vom Institut für Fenstertechnik (ift Rosenheim) und der RAL-Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren.

Innen dichter als außen

Demnach sind die Fenster innen dichter als außen zu montieren.
Dies bedeutet

  • innen luftdicht
  • mittig wärmedämmend
  • außen schlagregendicht und diffusionsoffen.

Hierzu werden verschiedene spezielle Folien, Dichtbänder, PU-Schaum oder Dämm-Materialien verwendet. Nur so werden Energieverluste, Bauschäden und Gesundheitsgefahren (Schimmelpilze) vermieden.

Jeder Betrieb der Fenster und Haustüren einbaut, muss sich daran halten. Egal ob er der Gütegemeinschaft angehört oder nicht.

Der in dem Leitfaden beschriebene Stand der Technik dient weiter als Grundlage für das RAL-Gütezeichen „Fenster Montage“. Tatsächlich entstand daraus die irreführende Bezeichnung „RAL-Montage“. Sie bedeutet nichts anderes als die Befestigung von Fenstern im Mauerwerk nach den anerkannten Regeln der Technik.

Missverständnis

Es liegt also ein Missverständnis vor, denn es gibt keine „RAL-Montage“ und höherwertig ist sie auch nicht. Wird das Montieren der Elemente in die Wand nach den Vorgaben dieser Richtlinien vorgenommen, gelten die allgemein anerkannten Regeln der Technik als erfüllt.

Die RAL-Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren zertifiziert Montage-Betriebe und verleiht dann das Gütezeichen. Ein Betrieb kann sich freiwillig damit auszeichnen lassen. So gibt es einen Nachweis, das die vorgeschriebenen Standarts und die Grundsätze für Gütezeichen eingehalten werden. Dieses Verfahren ist sehr aufwendig. Die Kosten trägt zunächst der Betrieb. Im Gegenzug darf dieser natürlich mit dem Gütesiegel werben.

Fazit

Ein fachgerecht gesetztes Fenster wird auch ohne das RAL-Gütesiegel einen Test über die Luftdichtheit (auch Blower-Door-Test genannt) bestehen.

Wichtig ist, das die Arbeit von gut ausgebildetem Montage-Personal mit dem richtigen Material sorgfältig und genau ausgeführt wird.

Nur so werden Wärmebrücken und die genannten negativen Auswirkungen vermieden.

 

Die Abkürzung RAL steht übrigens für:
RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung, ehemals Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen.

 

Wie geht es weiter in der Serie?

In 14 Tagen stelle ich die Frage:
Ist die Ausstattung neuer Fenster mit einer 3-fach Verglasung in jedem Fall richtig?

Erstmal tschüs für heute sagt
Ihre Sonja Lohse

 

Nützliche Links zum Beitrag

 

Wie sehen Sie das?

Legen Sie Wert auf solch eine Zertifizierung? Was erwarten Sie in Bezug auf die Fenster-Montage?
Antworten Sie mir doch unten im Kommentar-Feld!

 

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