Moin-Moin liebe Leserinnen und Leser,

heute beleuchtet Teil 3 der Artikel-Serie die wärmetechnische Qualität eines Fensters. Aktuell werden dazu verschiedene U-Werte genannt, die oft verwechselt werden.
Außerdem finden Sie unter dem Aspekt der Wärmedämmung einen Überblick über den Wandel der Fenstertechnik der letzten 50 Jahre.

Im Fensterbau geht es neben vielen anderen Merkmalen auch um die Wärmedämmeigenschaften eines Fensters. Dabei werden verschiedene U-Werte genannt, die sich auf den Wärmedurchgangskoeffizienten beziehen (Unit of Heat Transfer).

Definition Wärmedurchgangskoeffizient

Der Wärmedurchgangskoeffizient selbst hat die Einheit: W/m2K.

Er gibt an,

  • wieviel Wärme in Watt (W)
  • pro Quadratmeter Fläche (m2)
  • je 1 Grad Temperaturdiffenz in Kelvin (K)

zwischen der Raumluft und der Außenluft durch ein Bauteil strömen.

Ein Grad Kelvin entspricht übrigens 1° Celsius.

Früher wurde nur für den Rahmen der sogenannte k-Wert genannt. Seit dem 01. Februar 2002 sind Angaben zum Rahmen, zum Glas und dem gesamten Fenster nach Richtlinien erforderlich, die innerhalb der Europäischen Union einheitlich sind:

Uf-Wert

Der Uf-Wert bezeichnet den Wert nur für den Fensterrahmen an sich (Unit of heat-transfer f=frame / Einheit des Wärmedurchgangs für den Rahmen).

Ug-Wert

Der Ug-Wert gibt den Wert nur für die Fensterverglasung an (Unit of heat-transfer g=glazing / Einheit des Wärmedurchgangs für die Verglasung).

Uw-Wert

Der Uw-Wert berücksichtigt den Rahmen und das Glas, so daß dieser Wert für das gesamte Fenster steht (Unit of heat-transfer w=window / Einheit des Wärmedurchgangs für das Fenster). Außerdem spielt die Größe der Glasfläche und der Randverbund (Abstandshalter zwischen den Scheiben am Rahmen) eine Rolle. Oft ist nur vom U-Wert die Rede, dann ist dieser Uw-Wert gemeint.

Wenn Sie einzelne Fenster miteinander vergleichen möchten, ist es sehr wichtig diese Werte auseinander zu halten. Leicht kann es hier zu Verwechslungen kommen, da nicht immer alle Werte genannt werden. Oftmals wird nur einer der Werte beschrieben.

Außerdem ist ein Fenster natürlich auch ein Bestandteil der Gebäudehülle. Somit ist der Uw-Wert des Fensters auch wichtiges Detail für die Nachweise nach der Energieeinsparverordnung (EnEV), wie z. B. dem Energiepass für Gebäude die vermietet werden sollen.

Fenstertechnik im Wandel der Zeit

Rückblickend auf die letzten 50 Jahre wurden zunächst Einfachverglasungen (4mm stark) verbaut, bis ca. 1975 = Ug-Wert 5,8 W/m2K.

1974 kam es zur Ölkrise, massiv steigende Heizölpreise (Preiserhöhungen von 7 auf 15 Pfennig pro Liter) veranlaßten zum Energiesparen. Die erste Wärmeschutzverordnung trat 1977 in Kraft, sie hatte ebenso wie die zweite Wärmeschutzverordnung 1982 keine direkte Vorgaben für Fenster.

Es folgten die ersten Isolierverglasungen. Zwischen 2 Glasscheiben, je 4mm stark, war ein 12mm starker Scheibenzwischenraum (4mm Glas / 12mm SZR / 4mm Glas). Darin befand sich getrocknete Luft, verbaut bis ca. 1995. Der Ug-Wert lag bei 3,0 W/m2K. Immerhin drang so fast nur die Hälfte der beheizten Raumluft nach draußen.

Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben wurde die Entwicklung der Fenstertechnik immer weiter voran getrieben. 1994 trat die dritte Wärmeschutzverordnung (heute Energieeinsparverordnung EnEV) in Kraft. Mit ihr gab es erstmals direkte Vorgaben für Fenster (Ug-Wert = 1,8 W/m2K) und das Energieeinsparpotential verdoppelte sich wieder.

Seitdem sind Wärmeschutzverglasungen auf dem Markt. Der Scheibenaufbau besteht nach wie vor aus einer 2-fach Verglasung: 4mm Glas / 16mm SZR / 4mm Glas. Sie ist neben dem größeren Scheibenzwischenraum auch wesentlich besser isoliert. Der SZR wird mit Edelgas (meist Argon) gefüllt. Außerdem ist auf der Innenseite der inneren Scheibe eine unsichtbare Metalloxid-Schicht auf die Glasfläche gedampft. Sie hält die warme Luft im Innenraum eines Zimmers. So hat die Scheibe eine geringere Wärmeleitfähigkeit und ein Ug-Wert = 1,8 W/m2K ist möglich.

Derzeitig wird die 3-fach Verglasung, also mit 3 Scheiben (4mm Glas / 12mm SZR / 4mm Glas / 12mm SZR / 4mm Glas) bei sonst gleichem Aufbau wie der 2-fach Verglasung, immer mehr zum Standart. Der Ug-Wert liegt dadurch bei 0,8 oder noch niedriger (Passivhausfenster-Standart).

Durch den stärkeren Scheibenaufbau wurden auch die Rahmen stärker. Sie tragen ebenfalls zur Wärmedämmung bei. So sind Kunststoff-Fenster-Rahmen für den Passivhausbereich zusätzlich gedämmt. Holzfenster sind hier von Natur aus im Vorteil.
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Fazit

Generell gilt:

  • je niedriger der Wert, desto besser ist die Wärmedämmeigenschaft,
  • desto geringer sind Wärmeverluste, je mehr Heizkosten sparen Sie!

Das Energieeinsparpotential zwischen Einfachverglasten Fenstern und modernen Wärmedämmfenstern liegt zwischen 10 und 40 Liter Heizöl pro Quadratmeter Fensterfläche im Jahr!

Fenster, die vor 1994 eingebaut wurden, gelten als veraltet. Sie entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik.
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In der nächsten Ausgabe:

bleiben wir noch bei der Wärmedämmumg. Es geht dann um die „warme Kante“ und den „thermisch getrennten Randverbund“.
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Erstmal tschüs für heute sagt
Ihre Sonja Lohse

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Nützliche Links zum Beitrag

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Wie sehen Sie das?

Sind die Fachbegriffe für Sie verständlich erklärt? Ist der Inhalt in Ihren Augen zu allgemein gehalten? Oder ist das alles noch zu kompliziert? Antworten Sie mir doch unten im Kommentar-Feld!
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Artikel-Serie „Fenster kaufen – Fachbegriffe verständlich erklärt“

In dieser Artikel-Serie geht es um die wichtigsten Ausdrücke und Fachbegriffe rund um das Thema „neue Fenster kaufen“. Jeden zweiten Dienstag finden Sie hier eine neue Definition. Nachdem ich im ersten Teil meiner kleinen Blog-Artikel-Serie über die Fenstermontage aufgeklärt habe, ging es im zweiten Teil um die Frage: neue Fenster 2-fach oder 3-fach verglast?
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